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Montag, 25. April 2011

Schloß Dammsmühle

Das schöne Oster-Wetter animierte uns spontan zu einem gemütlichen Spaziergang zum Schloß Dammsmühle in Schönwalde (Wandlitz). Nach einem 500m langen Fußmarsch bis zum Startpunkt hatten wir schon gleich ein Problemchen mit dem dort gefundenen Hinweis. Nachdem die Verwirrung behoben war, kamen wir an eine Station, wie sie uns doch sehr bekannt und von uns sehr geliebt ist. Und natürlich schossen wir LostPlace-Liebhaber gleich wieder übers Ziel hinaus. Nach und nach hangelten wir uns bei untergehender Sonne an den einzelnen Stationen am See entlang in Richtung Schloß.

Ein wunderschönes, leider komplett dem Verfall ausgesetzten Bauwerk mit bewegter Geschichte mitten im Wald - ein toller Anblick, auch wenn das Gebäude selber nicht zu betreten ist.
Das Schloß Dammsmühle wurde Mitte des 18. Jahrhunderts vom Lederfabrikanten Peter F. Damm errichtet und hatte in der ursprünglichen Form wenig mit dem heutigen Erscheinungsbild des Gebäudes gemein. Nach dessen Tod verfiel das Gebäude, bis es Ende des 19. Jahrhunderts von einem Leutnant gekauft und umgebaut wurde. Im Zuge dessen erhielt das Schloß dann neben einem großzügigen Anbau auch den malerischen Turm. Im Laufe der Geschichte erwarb ein jüdischer Brite das Anwesen, der 1940 enteignet wurde. Hier beginnt die traurige Geschichte des Schlosses: Schloß Dammsmühle ging über in den Besitz von Heinrich Himmler, der das Gebäude als Nobelherberge nutzte.
Nach dem Kriegsende besetzte die Rote Armee das Gebäude zuerst als Lazarett und nutzte es später dann als Erholungsheim, bis es ab 1959 bis zur Wende vom Ministerium für Staatssicherheit als Jagdschloss genutzt wurde. 1997 erhielten die Erben des Briten das Schloß zurück. Allerdings begann nun der Verfall von Neuem.
Immer wieder diente Dammsmühle als Kulisse für Spielfilme.
Zwischenzeitlich engagierten sich ein Konzertveranstalter und eine Invesitionsfirma, das Gelände durch Konzerte und Veranstaltungen attraktiv zu machen und somit auch den Erhalt des Schlosses zu sichern. Allerdings wurden die Aktivitäten nach einigen kläglichen Versuchen und aufgrund mangelnder Resonanz wieder eingestellt, sodass das schöne Anwesen weiter dem Verfall und Vandalismus ausgesetzt ist.

So schön das gesamte Areal auch ist und so gut uns der Cache als solcher auch gefallen hat, so gibt es doch Grund zu meckern: Wie ignorant und unverfroren kann man sein, dass es einem als Geocacher, der der zu so einer ausgedehnten Waldtour aufbricht, so egal ist, einem brütenden Vogel ins Nest zu greifen, um einen Hinweis für die nächste Station zu bekommen - und dies dann nicht wenigstens im Log erwähnen kann. Stimmt nicht ganz, erwähnt wurde es sogar von einem ganz besonders witzigen und cleveren Cacher mit genau 8 gefundenen Caches: "tolle Stationen mit Ostereiern gratis dazu". (Dass nun die nachträglichen Logger schnell noch eine Notiz dazueditieren, lässt ja wenigstens die Belehrbarkeit einzelner Cacher vermuten.) Natürlich muss man als Owner darüber nachdenken, dass der Frühling Brutzeit bedeutet und dass leere Astlöcher und hohle Baumstämme nicht nur tolle Versteckmöglichkeiten für PETlinge und andere Cachebehälter, sondern in dieser Jahreszeit auch herrliche Brutplätze sind. Aber wie kann man die Natur derart mit Füßen treten nur für einen Punkt mehr in der Geocache-Statistik? Für uns nicht wirklich verständlich. Wir haben den PETling mit Einmalhandschuhen entfernt und die Station somit provisorisch verlegt.
Hoffentlich nimmt die Ente die unverhofften und dreisten Besuche nicht übel und kümmert sich weiterhin um ihre Eier. Und hoffentlich hat dieser mediale Hype rund ums Geocachen bald ein Ende, wenn dies dazu führt, dass immer mehr Clevere und weniger Clevere (um sie nicht Vollpfosten zu nennen) angeschwemmt werden, die die Grundregeln des Spiels in der Natur missachten. So versteht man leider auch den wachsenden Groll der Naturschützer, Förster usw. auf die Geocacher.

Quellen: wikipedia, www.schloss-dammsmuehle.de

Montag, 28. März 2011

Schwein gehabt...

Am Wochenende ging es mit den guten Freunden mal wieder zum Cachen durchs Brandenburger LostPlaceland. Auf der Agenda standen u.a Wuppels "LP Wasserschwein" samt zweier Bonus-Caches zum ordentlich Einsauen. Die besondere Herausforderung bestand darin, einen Teil des Caches zu Wasser zu erledigen und quasi in den Infield-Teil, eine alte Papierfabrik, per Boot "einzutauchen". Es gab viel zu sehen und genug Möglichkeiten um jede Menge Bilder zu machen. Das Gelände war einfach nur großartig, auch wenn jenes als Ortskundiger durchaus geläufig war und nicht das erste Mal beäugt wurde ;). Nach einigem hin und her war das Finale auch nicht lange vor uns sicher. Die Bonus-Caches im Anschluss krönten das eh schon verdreckte Outfit dann vollends.



Wir hatten unseren Spaß an einem Tag, an dem Überwindung, nasse Füße und Ideen gefragt waren (zu viele Erläuterungen wären an dieser Stelle wohl gespoilert). Eine gute Methode, den Einsaufaktor festzuhalten, boten die am Morgen noch schneeweißen Tennissocken - diese sind mittlerweile im Sockennirvana (siehe Bild). Am Ende des Tages stand eine überaus erfolgreiche Ausbeute von 5 Caches mit reichlich D und T-Wert, die am Abend beim Grillen zelebriert werden musste - mehr aber noch, viele schöne Eindrücke und jede Menge Spaß :).

Freitag, 22. Oktober 2010

LostPlace-Gallerien bei urbex.nl

Durch Zufall sind wir heute beim Stöbern nach LostPlace's auf eine tolle Gallerie mit jeder Menge Bildmaterial aufmerksam geworden. Der Link zur Seite von urbex.nl landet natürlich auch gleich in der Rubrik 'Lieblingsseiten'.

Sonntag, 10. Oktober 2010

First to Finds

Unsere Erstfundstatistik ist nach dem Umzug sensationell angestiegen. 4 FTF's innerhalb von 3 Wochen, bzw. 22 Caches sprechen für sich. Heute fiel ein Cache in Eberswalde dem Team mit Herrn Ulmenfresser zum Opfer. In einer alten russischen LostPlace-Kommandantur (an der Eisenbahnstraße nahe RAW für die einheimischen Mitleser ;)) gings im Gebäude quer und hoch und runter. Angefangen in Gefägnisräumen im Keller (das war hier sicher kein Zuckerschlecken) trafen wir im anderen Teil im Keller auf einen kommunistischen Wellnessbereich mit Sauna und Tauchbad. Hier vergnügte sich die russische Obrigkeit wohl auf ihre Weise. Die morschen Böden im Gebäude machten den Ausflug doppelt spannend, auch wenn man da gern drauf verzichten kann. Der FTF war uns dann mit einer zufälligen Teamvergrößerung nicht mehr zu nehmen. :)

Sonntag, 3. Oktober 2010

Ölige Nachrichten...

Ein Feiertag im Zeichen des LostPlaces, bzw. mal wieder schauen was die Brandenburger Wälder so zu bieten haben. So zog Phonic mit den liebenswerten Ulmenfressern los, um mal wieder etwas spielen zu gehen. Ziel Nr. 1 war ein LostPlace eines ehemaligen Nachrichtenregiments in Niederlehme. Viel zu sagen gibts hier leider kaum. Das Gelände an sich ist großartig und mit vielen zugänglichen Gebäuden gesät. Der Cache in seiner Ausführung jedoch ziemlicher Murks. Sei es, dass man an einer Station in 10m Höhe einem Hornissennest gegenübersteht, kaum in Gebäude geführt wird oder nur ziel- und planlos über das Gelände latscht, um irgendeine Hausnummer zu suchen. Vom Potenzial her wäre hier mehr möglich gewesen...

Ziel Nr. 2 auf unserer Reise war dann aber der eigentliche Höhepunkt des Ausflugs. Unter dem Cache-Namen Der Ölprinz verbirgt sich nicht nur ein ziemlich kniffliges Einstiegsrätsel, nein auch ein ziemlich genialer LostPlace, bei dem es um sehr viel Öl im Wald geht. Neben diverser Bunker war das i-Tüpfelchen das Betreten eines riesigen Öltanks, der in einem Berg versenkt ist. Es sei nur soviel verraten, die Akustik IN einem kreisrunden, 10m hohen bei 30m Durchmesser großen Öltank ist kaum zu beschreiben. Seinen eigenen Atem in einem 10 fachen Echo zu hören ist schon ziemlich gruselig :))
Mangels Reflektionen waren Photos im Stockdunkeln auch leider kaum möglich. Das nebenstehende Bildchen kann lediglich ansatzweise die Dimensionen wiedergeben, den Geruch von Öl allerdings auch nicht ;)
Gen Abend gings dann auch wieder in Richtung Heimat - fertig, dreckig, stinkend aber auch sehr glücklich, um viele Eindrücke und zwei Caches auf der Habenseite reicher :)

Dienstag, 27. Juli 2010

Furnierwerk Karlshorst

Nach langer wetter- und katzenbedingten Abstinenz konnten wir nach langer Zeit endlich den Cache am Furnierwerk Karlshorst im Team mit AnDanKoe und den Ulmenfressern angehen. Natürlich hatten wir eine Menge Spaß, aber dank der tollen ECGA der Ulmenfresser waren wir auch Cache-technisch erfolgreich. Während einige Stationen ganz eindeutig und somit schnell zu finden waren, bissen wir uns bei einer Station beinahe die Zähne aus. Ja - und dann kam der Final. Die Richtung war klar, doch wie kommt das Pferd zur Mohrrübe? Nach einer ersten Ortsbegehung waren wir noch ratloser als zu Beginn und irgendwann konnten dann die anwesenden Männer mit der zielführenden Idee glänzen. Nachdem alles vorbereitet war, wagte es Frau Ulmenfresser ein weitere Mal und hielt freudestrahlend das Döschen in der Hand. Ein Cache, der es wirklich in sich hatte, der uns aber sehr gut gefallen hat, weil wir nicht nur angeschriebene Koordinaten vorfanden.

Seit 1924 existiert das Furnierwerk Karlshorst, das einen eigenen Gleisanschluß hatte und über alle notwendigen Geräte und Maschinen wie Dampfkesselanlage, Wasserbecken und ein Sägewerk verfügte. Zuerst wurden Zigarrenkästen und Beistifte hergestellt, nach einer Modernisierung der Betriebsmittel 1937 wurde mit hochwertigen Hölzern gearbeitet, bevor das Furnierwerk im 2. Weltkrieg für die Produktion von Munitionskisten herangezogen wurde. Das Werk wurde durch Bomben stark zerstört, wurde nach dem Krieg aber wieder aufgebaut. Die Produktion wurde um Kleiderbügel, Fässer und Leisten erweitert. 1951 wurde aus dem Betrieb der VEB Holzveredelung, der 1991 stillgelegt wurde.
Quelle: SilentRuins

Sonntag, 20. Juni 2010

Ein Wochenende im Zeichen des Lostplaces

Sechs Erwachsene, zwei Kinder, zwei Cachemobile und jede Menge Spaß rund um Teupitz.
Den Anfang unserer Tour machte hornesias "Felix". Wir fragen uns, was das ältere Ehepaar am Starpunkt gedacht haben muss - da picknicken die einsam mitten in der Natur und plötzlich fahren kurze Zeit nacheinander zwei Autos vor und plötzlich stehen dann 8 Personen, jeder mit Rucksack auf dem Rücken, im Wald.
Nach einem kurzen Fußmarsch erreichten wir den Bunker, der zum Truppenübungsplatz des Wachregiments "Felix Dzierzynski" gehörte und bis auf wenige Einrichtungsstücke wie ein alter Kommandostand leer ist. Der Bonus dazu war aber der eigentlich interessante. Hier war die ECGA der Ulmenfresser natürlich wiedermal Gold wert. Weil es drohte, eng zu werden, ließen wir den sportlichsten und am wenigsten raumfüllenden unter uns den Vortritt und übernahmen dann das Signieren des Logbuchs.

Weiter ging es zu "Edmund". Nachdem die zahlreichen mitgeführten GPS-Geräte allesamt 1,57km zum Final anzeigten, beschlossen wir kurzerhand, die Cachemobile nachzuholen. ("Was nicht ausdrücklich verboten ist, ist erlaubt") Etwa 400m vor dem Ziel drohten dann die Autos auf dem sandigen Waldboden festzufahren, sodass wir dann doch liefen. Und es war schier unglaublich, was sich da so mitten in Brandenburgs Wäldern auftut. Der Bunker ist ein wahres Labyrinth an langen Gängen und großen Räumen. Phonic kann bestätigen, dass es genug Möglichkeiten gibt, Schürfwunden und blaue Flecken zu bekommen. Nach einer gefühlten Ewigkeit der Suche untertage machte RaJosch dann die erlösende Entdeckung - hat er feeeiiiin gemacht
Danach ging es auf zum Bonus, bei dem wir vor lauter Déjà-vu-Gefühlen ersteinmal eine Stärkung in Form von M&Ms und Kaffee brauchten. In der Zeit war der Log dann auch schon geschehen.

Auf den ORWO-Cache hatten wir uns ganz besonders gefreut. Wir wissen nicht genau, was dieses Gebäude tatsächlich mit der Filmfabrik Wolfen zu tun hat, hatten dennoch aber viel Freude beim Duchstreifen des Gebäudes. Es gibt einen großen Kinosaal, Technik- und Vorführräume, ein Fotolabor und viele andere Räume. Phonic, seineszeichens mit Eberswalder Wurzeln, freute sich ganz besonders über das Plakat von Dagmar Frederic mit Originalautogramm von Juli 1986 im Treppenhaus. Frau Ulmenfresser konnte der portioniert verpackte Pulverkaffee Jubelrufe entlocken und MaxiKing fand massenhaft schon vorgerollte Logbücher. Der Cache war natürlich auch toll und auch recht zügig gefunden.

Der letzte Cache auf unserer Tour war mitten in der Wüste. Es handelt sich bei dem Gelände um ein ehemaliges Truppenübungsgelände, bei dem Kämpfe in der Wüste simuliert werden sollten. Neben all den Dünen mit weißem Sand fanden wir auch noch rostige Munition. Auch der Cache konnte sich nicht lange verstecken und so machten wir uns ein wenig erschöpft und hungrig auf den Nachhauseweg und kehrten zum Abschluß bei Burger King ein.
Zuhause fragten wir uns dann beim Aufrufen der obligatorischen News-Seiten "Ist eigentlich was passiert in der Welt, während wir im Bunker waren?" Es wird wohl nicht viele Paare geben, die sich soetwas Sonntags abends fragen...



Am Samstag schon waren wir mit mcrighdeath im Elstal, um den Goldrausch im Havelland - Lost Railway Station LP-Cache zu machen. Das Gelände kannten wir schon aus unserer Zeit vor dem Geocachen (ja, die gab es wirklich!). Bei der D-Wertung waren wir froh, nicht allein zu sein - 8 Augen sehen bekanntlich mehr als 4. Vor Ort fühlten wir uns aber doch irgendwie unterfordert. Irgendwie fehlte uns da die Schwierigkeit und körperliche Ertüchtigung (was die T-Wertung vermuten ließ) blieb auch aus. Dennoch war es schön, nochmal anhand von Koordinaten über das tolle Gelände geführt zu werden. Toll war auch, dass wir vor über einem Jahr noch in kein Gebäude konnten, dieses Mal aber eine Halle zu betreten war und wir in allerhand interessanten Unterlagen stöbern konnten.

Sonntag, 6. Juni 2010

Regierungskrankenhaus Buch

Auf ausdrücklichen Wunsch der Owner werden wir nun also doch über den Cache am Regierungskrankenhaus in Buch berichten
Schon die Startkoordinaten fanden wir sinnig gewählt, sodass niemand sein Cachemobil direkt vor dem Eingang parken muss.
Pünktlich zu unserem Einstieg fuhr dann auch die Polizei vorbei, die aber nach einer Demo gerade Feierabend gemacht und somit wohl schon die Scheuklappen angelegt hatte.
Also marschierten wir flüsternd von Station zu Station, versteckten uns anfangs noch vor den Hubschraubern, die die Helios-Kliniken mit neuen Patienten beliefern, kamen an Rehen vorbei und fanden uns dann ratlos an Station 4 wieder. Nachdem wir alles, auf das der Hinweis vermeintlich deutete, auf den Kopf gestellt hatten, hielten wir ein kleines Picknick, um gestärkt nocheinmal alles abzusuchen. Weil wir nicht aufgeben wollten, musste ein Telefonjoker her und die Ulmenfresser gaben bereitwillig Auskunft. Da hatten wir doch schonmal versucht - nur nicht feste genug - aber auch das war dann geschafft und der nächste Hinweis war entdeckt.
An der letzten Station gaben wir nochmal alles und fanden dabei eigentlich auch sehr tolle und geeignete Versteckmöglichkeiten für einen Hinweis. Nach einigen Verzweiflungszigaretten (wir waren auch nicht die ersten) konnten wir uns dann doch noch auf zum Final machen. Das war eine klare Aufgabe für phonica und nachdem wir unser Equipment endlich zum Laufen gebracht hatten, hielten wir den tollen Cachebehälter in der Hand. Die Freude darüber ließ uns alles andere vergessen: Die zahlreichen Mückenstiche und sogar das GPS-Gerät. War ja nicht das erste Mal, dass wir nochmal zu einem Cache zurückkehren müssen, um unsere technischen Hinterlassenschaften einzusammeln...

Das Areal des Regierungskrankenhauses ist natürlich recht verwildert, aber der Vandalismus hat noch keinen Einzug erhalten. Alle Fensterscheiben sind intakt und somit ist ein Betreten der Gebäude nicht möglich.
Im Regierungskrankenhaus wurden v.a. Diplomaten und Funktionäre des Politbüros sowie deren Angehörige behandelt. Die medizinische Versorgung war weitaus besser als in anderen Krankenhäusern der DDR und auch die Verpflegung fand in Hotel-Atmosphäre statt. Ab Mitte der 80er gab es dort eine der beiden Computertomographen (Siemens) der DDR. Alle Ärzte waren natürlich treue Parteimitglieder und auch als Patient mit ambulantem Arzttermin musste man zur Oberschicht gehören.
Ab Januar 1990 wurde das Krankenhaus für Werktätige aus Berliner Betrieben wie beispielsweise Mitarbeiter des Kosmetik-Kombinats geöffnet.
Seit 2001 hatte die Heliosklinik das Nutzungsrecht und bis 2007 befanden sich eine Rettungsstelle, eine Poliklinik und eine Apotheke auf dem vorderen Teil des mehr als 5 ha großen Areals. Seit 2008 stehen alle Gebäude leer und obliegen dem Liegenschaftsfond Berlin. Die Gebäude stehen nicht unter Denkmalschutz und da die benachbarten Helios-Kliniken wohl kaum eine weitere medizinische Nutzung auf dem Gelände ermöglichen, ist der Fortbestand des ehemaligen Regierungskrankenhauses unklar.

Samstag, 5. Juni 2010

Cachen in Oranienburg

Es begab sich, dass wir mit RaJosch, den Ulmenfressern und Maxi King gen Oranienburg fuhren, um unter anderem den Cache beim VEB Backwarenkombinat anzugehen.
Schon zu Beginn machten wir es uns mit dem Einstieg komplizierter als wir es gemusst hätten. Wir balancierten über allerhand Müll durch den unter Wasser stehenden Keller und mussten dann im Erdgeschoss feststellen, dass ein Gang durch die offene Tür auch gereicht hätte....
RaJosch fand dann auch schnell die Fake-Dose, bevor der weibliche Part der Ulmenfresser die richtige Dose in der Hand hielt. Die nächsten Stationen waren recht einfach zu finden, Station 5 erforderte dann reichlich Körpereinsatz, sodass wir hier Herrn Ulmenfresser und Maxi King den Vortritt ließen. Auf der Suche nach Station 6 durchstreiften wir das Gebäude und konnten irgendwann den Cache vorzeitig aufgrund des perfekten Spürsinns unserer erfahrenen Mitcacher loggen.

Die Brotfabrik war Teil des KZ-Außenlagers Klinkerwerk. Auf dem Gelände nördlich des Lehnitzsees im Naherholungsgebiet Oranienburg wurde 1938 das SS-eigene Unternehmen "Deutsche Stein- und Erdwerke G. m. b. H."- (DEST) gegründet. In den darauffolgenden beiden Jahren wurde das Klinkerwerk als Außenkommando "Klinker" (Strafkommando) durch Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen errichtet. 1941 war dann die "Große Halle" für die Ziegelproduktion, die "kleine Halle" als Reparaturwerkstatt, die Turbinenhalle, das Kesselhaus und ein Bahndamm errichtet. Außerdem nahm die Brotfabrik die Produktion auf und belieferte das Hauptlager und alle Bereiche der SS bis nach Berlin mit Backwaren.
Im April 1945 wurde das Areal durch einen Bombenangriff fast vollständig zerstört. Erst im folgenden Jahr konnte die Bäckerei in der Sowjetzone den Betrieb wieder aufnehmen. Im Mai 1991 wurde das Backwarenkombinat geschlossen. Teile der Brotfabrik wurden drei Jahre später zerstört. Die Gebäude stehen mittlerweile unter Denkmalschutz.

Als nächstes stand der Cache auf dem Gelände der Heinkel Flugzeugwerke AG auf dem Plan. Den hatten wir letztes Jahr schonmal angefangen, waren dann aber an einer Station gescheitert. Mit ein wenig Recherche konnten wir somit einen Einstieg eine Station vor dem Final ermöglichen. Der Cache, der letztes Jahr noch so gut begonnen hatte, enttäuschte durch sein Final auf einer Müllhalde dann doch sehr. Dennoch gingen wir bei tollem Wetter auch den Bonus an. Hier wäre ohne Telefonjoker schon an der ersten Station Schluß gewesen. Die Koordinaten waren hier wie auch bei der nächsten Station sehr schlecht zu lesen. Generell erwies sich der Bonus mit seinen 4 Stationen als reinster Zickzacklauf über das gesamte Areal, ohne dass auch nur eins der Gebäude oder Hallen betreten werden musste. Das Final hingehen erforderte dann spezielle Ausrüstung, die die Ulmenfresser aber sowieso immer im Kofferraum spazierenfahren. Und so zogen wir zu sechst mit einer ausfahrbaren Leiter bei gefühlten 30 Grad im Schatten querfeldein über einen alten Flugplatz, um eine Tupperdose zu bergen... Hier war die Terrain-Wertung aber eindeutig zu niedrig angesetzt. Alles in allem war dieser Teil der Tour eher enttäuschend, dennoch hatten wohl alle Beteiligten ihren Spaß.

Die Ernst Heinkel Flugzweugwerke A.G. war eines der größten Flugzeugbauunternehmen zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit Unternehmenssitz in Rostock. Die ersten Flugzeuge waren die Schwimmerflugzeuge HE1 und HE2. Das He178 war das erste Düsenflugzeug der Welt. Eine der Fertigungsstätten der Heinkelwerke war diese in Oranienburg, wo wie beim VEB Backwarenkombinat Zwangsarbeiter und Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen eingesetzt wurden. Neben der Werkssiedlung gab es auch einen werkseignen Flugplatz. 1945 wurde der Flugplatz durch einen Luftangriff zerstört. Nach dem 2. Weltkrieg demontierte die sowjetische Besatzungsmacht die restlichen Anlagen; Start- und Landebahn des Werksflugplatzes wurde allerdings instand gesetzt und bis 1994 als Militärflugplatz genutzt.
Quelle: wikipedia

Samstag, 17. April 2010

Die Stadt im Wald

Unser heutiges Ziel führte uns nach Vogelsang zwischen Zehdenick und Templin: Zur Stadt im Wald. Nach dem 2. Weltkrieg entstand in Vogelsang ein bedeutender Standort der Westgruppe der Sowjetischen Streitkräfte. Die Kaserne Vogelsang wurde 1952 nach offenkundig erbeuteten deutschen Bauunterlagen als Garnison für Truppenteile der Sowjetarmee errichtet. Zeitweise lebten mehr als 15.000 russische Soldaten und Zivilisten in der "Militärstadt", die neben Wünsdorf die umfangreichste bebaute russische Liegenschaft war.*

Ganz besonders mutig traten wir also heute allein unseren ersten 3,5/3,5er an. Hatten wir doch in kostspieliger Aktion unser Outfit aufgestockt (Schuhe, Spielhosen und Jacken), das nun in der Praxis bestehen sollte.
Die ganze Sache begann mit einem 2km langen Fußmarsch, vorbei an wilden Tieren (Ziegenböcke) war Station 1 recht schnell gefunden; dann hakte es aber auch schon an Station 2. Phonica war zwar mutig einige Meter in die Höhe geklettert, aber dennoch reichte es nur für einen Quereinstieg an anderer Stelle.
Immer wieder knarrte es, Türen fielen zu oder gingen lautstark auf - selbst das Rascheln der stellenweise herunterhängenden Tapeten kann einem ganz schön Angst machen...
Die Koordinaten, die wir an Station 5 fanden, waren leider an entscheidender Stelle nicht wirklich leserlich, sodass wir natürlich zuerst an einem völlig falschen Ort suchten. Nachdem dies aufgeklärt war, ging es zügig weiter. Es war schnell klar, wo das Final sein sollte. Puh, das war Neuland für uns. Phonic erklärte sich dann bereit und wagte eine vorsichtige Begehung. Auf den ersten Blick war er am Ende, doch der TJ stellte klar: Das war noch nicht das Ende - da ging es erst richtig los. Tief durchamten, Luft anhalten ("Augen zu und durch") und 5 Stunden nach dem Start war es dann endlich soweit und phonic signierte das Logbuch. Stolz, leicht verdreckt und um einige Kratzer auf dem Rücken und Blasen an den Füßen reicher traten wir den Fußmarsch zurück zum Cachemobil an. Unser Outfit war mehr als angemessen und hat dementsprechend den Praxistest bestanden.

Wir hatten einen Cache erwartet, an dem jede Station ein kleines Abenteuer ist, abwechslungsreich gestaltet und in ein Ganzes eingefasst. Vermutlich sind die beliebten Vorzüge der Caches dieses Owners aber weniger Station für Station ein Erlebnis auf dem Weg zum Final, sondern vielmehr scheint es das Final selbst zu sein, was viele Lost-Place-Liebhaber aus der Umgebung anlockt. Es scheint hier um Überwindung zu gehen, um das Austesten und Überschreiten der eigenen Grenzen. Überwunden haben wir uns auf jeden Fall. Es war ein spannender Nachmittag mit vielen Eindrücken und Erfahrungen.

Auf dem Rückweg nahmen wir dann nur noch zwei Drive-In-Caches mit, die zu unserer Überraschung schöner waren als so mancher Berliner Cache. Auch das bestärkt uns mal wieder, den Cachefokus auf das Umland zu legen.

Samstag, 10. April 2010

Genosse General, Mission erfolgreich!

Samstag vormittag, die Phonics genießen den Morgen-Kaffee, checken die Mails und siehe da, ein neuer Lost-Place-Cache in Bernau. Kurz abgewogen: Eigentlich wollten wir die Wohnung mal wieder aufräumen und arbeiten wäre auch mal wieder angesagt. Aber ein FTF?! Die Entscheidung war schnell gefallen und nach einer Blitz-Reinemach-Aktion waren wir um 11 Uhr vor Ort. Weit und breit kein anderer Cacher zu sehen. Die zehn Stationen fanden wir mehr oder weniger schnell, körperliche Betüchtigung war natürlich teilweise auch inbegriffen. Am Final angekommen waren wir stark verunsichert. Sollten wir wirklich die gefühlten 10 Meter in die Höhe klettern?
Dann kamen mutli und airSom, die eigentlich noch bei einer anderen Station waren, schlossen sich uns spontan an und gemeinsam hielten wir dann nach kurzer Zeit die Dose in der Hand und durften das noch leere Logbuch signieren. Ein toller Cache mit Adventure-Feeling (wir hatten immerhin eine Mission zu erledigen!) an einem interessanten Ort.
Leider gibt es zu dieser ehemaligen Kaserne keine weiterführenden Informationen. Das Gelände wird von einem Wachschutz mehr oder weniger gut bewacht. Dennoch gibt es die üblichen Schäden durch Vandalismus. Ein paar Eindrücke gibt es hier.

Sonntag, 21. März 2010

Unser erster (Team-) FTF

Bereits am 15.3. wurde der Mystery Stille Ecken#1: Säuglings- und Kinderkrankenhaus in Weißensee veröffentlicht. Als es am 19.3. immer noch keinen Erstfund (FTF) gab, suchten wir insgesamt drei Baumärkte und einen Mediamarkt auf, um eine Schwarzlichtlampe zu kaufen - leider vergeblich. Also posteten wir am 20.3. morgens spontan eine Note, dass das Rätsel des Mysteries eher weniger ein Problem sei, wir allerdings an der notwendigen Ausrüstung scheiterten. Die Ulmenfresser schrieben uns spontan eine Nachricht (sie hatten die Lampe, aber nicht die Lösug für das Rätsel), und einen Anruf und 30min später waren wir vor Ort, um die Suche zu beginnen. Wir waren nicht die ersten und so sahen wir unsere Chance auf den FTF dahin. Nach einer kleinen Hilfe der anderen Teams stießen wir an Station 5 auf die anderen und so suchten wir gemeinsam weiter. Auch die Owner kamen irgendwann dazu und verfolgten unser Treiben gespannt. Nach vier langen und aufregenden Stunden mit immer wieder liebevoll ausgedachten und knifflig versteckten Stationen hielten wir dann endlich das jungfräuliche Logbuch in den Händen.
Notiz an uns: Wir brauchen dringend bessere ECGA!

Das Krankenhaus selber erinnert uns ein wenig an das mittlerweile dem Erdboden gleichgemachte Krankenhaus in Königs Wusterhausen und kommt auch nicht an den Charme der Beelitz-Heilstätten heran.
Das Säuglings- und Kinderkrankenhaus wurde 1911 eröffnet. Rund um die Gebäude war ein Park angelegt worden, um weitere Therapiemaßnahmen zu ermöglichen. Ebenfalls wurde eine Milchkuranstalt mit Kuhstall und Molkerei eröffnet, die schon bald über den Eigenbedarf des Krankenhauses hinaus produzierte. Neben der reinen Versorgungsfunktion übernahm das Krankenhaus auch die Ausbildung von Krankenschwestern. Bis 1934 bestand in direkter Nähe ein Säuglingsheim.
Noch 1985 wurde ein weiteres Bettenhaus eingeweiht. Doch mit dem Neubau der Parkklinik Schönstraße musste das Säuglings- und Kinderkrankenhaus weichen, sodass es schlußendlich 1997 geschlossen wurde.

Sonntag, 7. Juni 2009

Die Schweden und die Wassertürme

Wassertürme wie sie in Berlin und Umgebung herumstehen haben schon etwas faszinierendes wie wir finden. Bei einer kleinen Recherche bin ich ausgerechnet auf eine schwedische Seite gestoßen, die die wohl umfangreichste Bilder Dokumentation von Berlin/Brandenburger Wassertürmen hat:

Link (Vorsicht Ladezeit)

Samstag, 9. Mai 2009

Krankenhaus Königs-Wusterhausen

Unser heutiges Ziel war der Cache "OP in KW", ein Cache in einem alten, verlassenen Krankenhaus in Königswusterhausen. Zugang verschaffen konnte man sich nur auf illegale Weise über die Reste einer Steinmauer. Das Gelände ist insgesamt in einem sehr schlechten Zustand - die Natur hat sich vieles zurückgeholt. Die Gebäude selber haben auf uns keine besondere Wirkung erzielt, was aber auch einfach an unseren Erfahrungen in Beelitz-Heilstätten liegen mag. Dennoch war das Fotografieren auch hier Pflicht. In den Räumen sind keinerlei Einrichtungsgegenstände vorhanden. In Folge eines Brandes sind weite Teile des Gebäudes, vor allem die hinteren Flügel, nicht mehr betretbar. Die halb verbrannten Holzbalken gaben aber in der Sonne ein schönes Schattenspiel ab. An vielen Stellen sind Löcher im Holzboden, die unfairerweise mit Teppichen zugedeckt wurden, sodass beinahe jeder Schritt zu einer Gefahr wurde. Die OP-Räume sind mittlerweile sehr bunt und bis auf eine nur noch schlecht befestigte OP-Lampe komplett leer. Überall pellt sich die Farbe von den Wänden.
Einzig die Eingangshalle ist noch einigermaßen erhalten und lässt den damaligen Standard erahnen. Vor allem ein imposanter Kronleuchter zog die Aufmerksamkeit auf sich.
In einem anderen Seitenteil des Gebäudes befanden sich weitere Räume sowie eine Aula mit kleiner Bühne.



Der Cache wurde kurze Zeit nach unserem Log archiviert, weil die Gebäude in Kürze der Abrissbirne zum Opfer fallen werden.
Nun können wir's also verraten: Der Cache befand sich oben in der OP-Lampe.


Weitere Bilder gibt es hier

Montag, 4. Mai 2009

Beelitz Heilstätten

Ein ganz großes Highlight für jeden Lost-Place-Liebhaber sind die Heilstätten in Beelitz.

Die 60 Gebäude wurden auf einer Fläche von ca. 200ha im Landkreis Potsam-Mittelmark zwischen 1898 und 1930 errichtet. Grund dafür waren die zahlreichen Tuberkulose-Erkrankten aufgrund der Überbevölkerung der Städte (v.a. Berlin), die daraus relsultierenden katastrophalen Hygienezustände sowie die mangelnde ärztliche Versorgung. Vor allem die Arbeiter und Tagelöhner waren aufgrund der schweren körperlichen Arbeit und Mangelernährung anfällig für die "Schwindsucht". Erfahrungen hatten gezeigt, dass eine Stärkung des gesamten Organismus die Krankheit noch am ehesten aufhalten konnte.
Die Landesversicherungsanstalt Berlin, die als Rentenversicherungsträger die Last aller durch Tuberkulose arbeitsunfähig gewordenen Arbeiter hätte tragen müssen, initiierte mit Einrichtung eines Finanzfonds den Bau der Heilstätten, um mit einer hygienisch-diätischen Allgemeinbehandlung und viel frischer Luft inmitten der Natur und abseits der Großstadt Berlin den Krankheitsverlauf zu mildern und so bessere Heilungschancen der Schwindsucht-Erkranken zu erreichen.
Die mitten durch das Areal führende Eisenbahnlinie trennte die verschiedenen Bereiche voneinander. Nördlich der Bahn entstanden die Lungenheilstätten, südlich davon wurden Sanatorien für Patienten mit nicht ansteckenden Krankheiten errichtet. Die von Nord nach Süd verlaufende Landstraße teilte das Areal wiederum auf. Die Gebäude links der Straße (einschließlich Betriebsstätten wie Küche und Wäscherei) waren Frauen vorbehalten, östlich davon befanden sich die Männer-Heilstätten und -Sanatorien sowie Heizhaus und Werkstätten.
Die Krankenpavillons, in denen Patientenzimmer waren, waren auf einer West-Ost-Achse angebracht, sodass die Zimmer und Liegehallen nach Süden gerichtet waren, um eine intensive Sonneneinstrahlung zu gewährleisten. Besonders hervorzuheben sind auch die Liege- und Wandelhallen - die sogenannten Luftbäder und die extra angelegten Spazierwege.
Bis 1908 gab es insgesamt 1200 Betten, sodass eine eigenständige Versorgung und Infrastruktur unabdingbar wurde: Es gab Wohnhäuser für die Angestellten und Ärzte, ein Postamt, eine Gärtnerei, in der Obst und Gemüse angebaut wurde, Stallungen, Frisörsalon, eine Bäckerei und Fleischerei mit eigenem Mastbetrieb.
Besonders hervorzuheben ist das Heizkraftwerk, das heute technisches Denkmal ist. (Seit 1996 betreut der Förderverein Heizkraftwerk Beelitz e.V. das Denkmal) Neben dem Heiz- und Maschinenhaus gab es einen 44m hohen Wasserturm. Über ein Kanalnetz von mehr als 10km Länge versorgte es die Heilstätten mit Wärme, Elektroenergie und Warmwasser.
Ab 1926 wurden in einer dritten Bauphase weitere Gebäude wie die Chirurgie-Pavillons errichtet.

Im ersten und zweiten Weltkrieg dienten die Heilstätten und Sanatorien als Lazerett für die verwundeten Soldaten. 1942 wurde südlich der Frauen-Sanatorien ein Ausweichkrankenhaus erbaut, was noch bis 1998 als zivile Fachklinik für Lungenkrankheiten genutzt wurde. Im zweiten Weltkrieg wurden die Beelitz-Heilstätten stark beschädigt und die 1945 noch intakten Gebäude dann von der Roten Armee übernommen. Bis 1994 dienten sie als Militärhospital (-> Bilder vom sowjetischen Militärhospital)
Ab 1990 diente das Kommandantenhaus Erich Honecker und seiner Frau als Unterkunft, bevor diese später nach Moskau ausgeflogen wurden, um von dort nach Chile zu flüchten. Heute ist dieses Haus ein Einfamilienhaus.

Mit Abzug der sowjetischen Truppen wurden die Heilstätten an die Landesversicherungsanstalt Berlin zurückübertragen. 1995 wird das gesamte Areal unter Denkmalschutz gestellt, aus Kostengründen musste die LVA die Heilstätten allerdings an die Beelitz Heilstädten GmbH Co.KG (Tochter der Unternehmensgruppe Roland Ernst) verkauft. Danach wurden zusammen mit dem Landkreis Potsdam-Mittelmark Sanierungen begonnen, um medizinische und gesundheitsvorsorgende Einrichtungen anzusiedeln. Im Jahr 1997 werden bereits Infrastruktursanierungen vorgenommen und eine Reihe Ein- und Mehrfamilienhäuser erbaut, mit dem Ziel, insgesamt Wohnraum für 3.000 Anwohner und insgesamt 1.000 Arbeitsplätze zu schaffen. Der Gesundheitspark Beelitz-Heilstätten entsteht.
Mit der Insolvenz der Eigentümergesellschaft 2001 wurden alle Pläne auf Eis gelegt. Ein Großteil der Gebäude ist seitdem Verfall und Vanadlismus ausgesetzt.
Vielfältige Bemühungen der Länder Berlin und Brandenburg, verschiedene Gerichte oder Bundesämter anzusiedeln, blieben erfolglos. Die Stadt Beelitz selbst versucht seit Beginn des Insolvenzverfahrens mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit die Aufmerksamheit auf dieses geschichtsträchtige Areal zu lenken.
Bis jetzt allerdings war das Gelände einzig als Fimkulissen wie in Roman Polanskis "Der Pianist" oder in "Operation Walküre" interessant. Ebenso zieht das Areal unzählige Fotografen an - genauso natürlich wie uns Geocacher. So gab es bis Mitte diesen Jahres noch 7 Caches auf dem Areal. Die Owner Barbie&Bruettler entschlossen sich aber dann verständlicherweise dazu, den Lost Place wieder zu verlassen, damit er weiter seinen Dornröschenschlaf halten kann. Und so gibt es derzeit nur noch 3 Caches. Dennoch zieren drei der ehemals sieben Logbücher unsere Namen und ein weiterer Cache-Besuch ist definitiv geplant, auch wenn es derzeit Gerüchte gibt, dass das Geländer wieder stärker von einer Sicherheitsfirma bewacht wird. Wir verzichten aber gerne aufs Cachen, wenn dafür Verfall und Vandalismus konsequent gestoppt werden können!

Dieser Ort ist einer der spannendsten, gefährlichsten und zugleich schönsten Plätze, an denen wir uns je aufgehalten haben. Die meisterhafte Architektur ist dem Zahn der Zeit, der Macht der Natur und den unverständlichen Auswüchsen des Vandalismus ausgesetzt. Fast jeder Raum kann betreten werden; von Liege, Gardine über Schränke bis zur OP-Lampe sind diverse Einrichtungsgegenstände noch vorhanden und wecken aberteuerliche Entdeckungslust. Es war uns eine unglaubliche Freude, die Gebäude zu betreten, zu staunen, zu fotografieren und natürlich zu cachen.
Leider sind auch wir bei unserem ca. sechsstündigen Aufenthalt Menschen begegnet, die weder Verstand noch Sinn für derartige Lostplaces haben und u.a. auf morschen, alten Holz-Dachstühlen rauchten. Irgendwann nach unserem Besuch wurde auch die OP-Lampe durchs Fenster "entsorgt". Insofern können wir froh sein, scheinbar noch rechtzeitig dagewesen zu sein. Natürlich werden wir die Geschichte der Beelitz-Heilstätten weiter verfolgen und beizeiten auch über Neuigkeiten berichten.
Buchtipp: Beelitzer Wendejahre
weitere Bilder gibt es hier (phonica's flickr-account)und hier

Sonntag, 12. April 2009

Koralle

Ein ganz besonderer Tipp für jeden geschichtsinteressierten Lost Place-Liebhaber-Cacher sind die beiden Koralle-Caches Koralle und Koralle2, wobei letzterer uns am besten gefallen hat.
Wenn man sein Auto abstellt und vor sich nur Wald hat, kann man kaum erahnen, was sich irgendwann vor einem auftun wird, wenn man's erstmal an den (eingesperrten) Hunden des Försterhauses vorbeigeschafft hat. Mitten im Wald tut sich plötzlich ein übergroßer Haufen zusammengefallener Beton auf, der jegliches Empfinden von "vertikal" und "horizontal" für einen kurzen Moment schwinden lässt. Vorbei an großen Rissen, in denen es metertief hinab geht, kann man bis zum höchsten Punkt hinauflaufen und versuchen, sich vorzustellen, wie das Ganze damals ausgesehen haben mag.

Im zweiten Weltkrieg war das Lager Koralle das Führungszentrum des Oberkommandos der Kriegsmarine. Da es ursprünglich als Marine-Nachrichtenschule gedacht war, verfügten die Bunker, zu denen ein Flakbunker, ein Hochbunker sowie ein unterirdischer Bunker zählte, über zahlreiche Kommunikationsanlagen. Über lange Gänge waren die einzelnen Gebäude unterirdisch miteinander verbunden. Die sowjetischen Truppen sprengten ein Großteil des Geländes nach Kriegsende.
Nicht zu den frei zugänglichen Ruinen zählt der Funkempfang-Hauptbunker, der bis in die 90er Jahre noch von russischen Streitkräften genutzt wurde.
Empfehlenswert ist hier für Interessierte, dass Buch Deckname "Koralle": Chronik der zentralen Marine-Funkleitstelle für U-Boot-Operationen im Zweiten Weltkrieg von Hans J. Richter und Wolf-Dieter Holz sowie die Internetseite vom Team Delta.

Sonntag, 15. März 2009

Waggonfahrstuhl Eberswalde

Bereits einen Tag nach unserem allerersten Cache hatte uns die Lust gepackt und die notwendige Ausrüstung war schnell beschafft. Heute sollten phonics Kindheitserinnerungen wieder erwachen, also ging es auf zum Cache des Waggonfahrstuhl Eberswalde.


Fast jeder hier in der Region kennt wohl das Schiffshebewerk in Niederfinow, die wenigsten wissen allerdings, dass es das gleiche Prinzip auch für Güterwaggons der in Eberswalde einst ansässigen Hufnagelfabrik gab. Unweit des Bahnhofs Eberswalde in Richtung Finowkanal überwund eben jener Waggonfahrstuhl bis in die 60er Jahre einen Höhenunterschied von mehr als 9m für Waggons bis maximal 30t . Die von der Firma Borsig im Jahre 1908 fertiggestellte Anlage ist leider Gottes und trotz (oder gerade wegen?) Denkmalschutzes seit Jahren in einem beklagenswerten Zustand und dem Zahn der Zeit ausgeliefert. Seit einiger Zeit schwirren daher nicht nur mir viele Gedanken durch den Kopf wie man den Lift wieder ins angemessene Licht setzen könnte, zumal mich dieses eindrucksvolle und einzigartige Bauwerk schon seit meiner Kindheit faszinierte.

Mehr Informationen zum Waggonfahrstuhl findet man auf der hingabevoll recherchierten Website von Christoph Laska.

P.S.: Den Geocache, unsere No. 2, haben wir schnell gefunden ;)