Mittwoch, 20. Mai 2009

Erweiterung des Cachemobil-Fuhrparks

Wir verkünden Zuwachs bei den Cachemobilen: Von nun an sind wir auch auf nagelneuen Zweirädern cachend unterwegs!

Samstag, 9. Mai 2009

Krankenhaus Königs-Wusterhausen

Unser heutiges Ziel war der Cache "OP in KW", ein Cache in einem alten, verlassenen Krankenhaus in Königswusterhausen. Zugang verschaffen konnte man sich nur auf illegale Weise über die Reste einer Steinmauer. Das Gelände ist insgesamt in einem sehr schlechten Zustand - die Natur hat sich vieles zurückgeholt. Die Gebäude selber haben auf uns keine besondere Wirkung erzielt, was aber auch einfach an unseren Erfahrungen in Beelitz-Heilstätten liegen mag. Dennoch war das Fotografieren auch hier Pflicht. In den Räumen sind keinerlei Einrichtungsgegenstände vorhanden. In Folge eines Brandes sind weite Teile des Gebäudes, vor allem die hinteren Flügel, nicht mehr betretbar. Die halb verbrannten Holzbalken gaben aber in der Sonne ein schönes Schattenspiel ab. An vielen Stellen sind Löcher im Holzboden, die unfairerweise mit Teppichen zugedeckt wurden, sodass beinahe jeder Schritt zu einer Gefahr wurde. Die OP-Räume sind mittlerweile sehr bunt und bis auf eine nur noch schlecht befestigte OP-Lampe komplett leer. Überall pellt sich die Farbe von den Wänden.
Einzig die Eingangshalle ist noch einigermaßen erhalten und lässt den damaligen Standard erahnen. Vor allem ein imposanter Kronleuchter zog die Aufmerksamkeit auf sich.
In einem anderen Seitenteil des Gebäudes befanden sich weitere Räume sowie eine Aula mit kleiner Bühne.



Der Cache wurde kurze Zeit nach unserem Log archiviert, weil die Gebäude in Kürze der Abrissbirne zum Opfer fallen werden.
Nun können wir's also verraten: Der Cache befand sich oben in der OP-Lampe.


Weitere Bilder gibt es hier

Freitag, 8. Mai 2009

Equipment-Zuwachs

Ab sofort begleitet uns auf unseren Cache-Touren unser "Navigo" - ein Navigon 2310.

Donnerstag, 7. Mai 2009

Caches, die die Welt nicht braucht!

Über 900.000 Geocaches gibt es weltweit, Tendenz steigend. Mehr als 1.500 davon in der hiesigen Hauptstadt. Darunter aber auch viele die das Hobby kaum wert sind. Vielleicht ist es ja anmaßend mit bislang "nur" 100 gefundenen Caches solch pauschalisierende Meinung kund zu tun, dennoch: wirft man einen Blick ins Forum der Groundspeakseite ist der Tenor vieler Threads der Gleiche. Die Frage stellt sich uns immer öfter, wieso an jeder langweiligen Hausecke oder Notrufsäule, die nun wahrlich nix zu bieten hat, ein Cache hängen muss - inklusive lieblosem Listing!? Hauptsache die Statistik der eigens versteckten Caches steigt kontinuierlich an... Es muss ja nicht immer gleich ein Cache inkl. Beschreibung ála Sturmpiraten, Ew742, DieHimbeeren, Mr.Pete oder vielen anderen sein. Vielmehr sollten sich die Owner mal die Frage stellen, ob nicht weniger manchmal mehr ist. Abhilfe für eine vorherige Einschätzung eines Caches, bietet da übrigens das Firefox Plugin GCVote von Guido Wegener aka BonnerGuido, das wir nicht mehr missen möchten und an dieser Stelle einmal lobend erwähnen wollen.

Montag, 4. Mai 2009

Beelitz Heilstätten

Ein ganz großes Highlight für jeden Lost-Place-Liebhaber sind die Heilstätten in Beelitz.

Die 60 Gebäude wurden auf einer Fläche von ca. 200ha im Landkreis Potsam-Mittelmark zwischen 1898 und 1930 errichtet. Grund dafür waren die zahlreichen Tuberkulose-Erkrankten aufgrund der Überbevölkerung der Städte (v.a. Berlin), die daraus relsultierenden katastrophalen Hygienezustände sowie die mangelnde ärztliche Versorgung. Vor allem die Arbeiter und Tagelöhner waren aufgrund der schweren körperlichen Arbeit und Mangelernährung anfällig für die "Schwindsucht". Erfahrungen hatten gezeigt, dass eine Stärkung des gesamten Organismus die Krankheit noch am ehesten aufhalten konnte.
Die Landesversicherungsanstalt Berlin, die als Rentenversicherungsträger die Last aller durch Tuberkulose arbeitsunfähig gewordenen Arbeiter hätte tragen müssen, initiierte mit Einrichtung eines Finanzfonds den Bau der Heilstätten, um mit einer hygienisch-diätischen Allgemeinbehandlung und viel frischer Luft inmitten der Natur und abseits der Großstadt Berlin den Krankheitsverlauf zu mildern und so bessere Heilungschancen der Schwindsucht-Erkranken zu erreichen.
Die mitten durch das Areal führende Eisenbahnlinie trennte die verschiedenen Bereiche voneinander. Nördlich der Bahn entstanden die Lungenheilstätten, südlich davon wurden Sanatorien für Patienten mit nicht ansteckenden Krankheiten errichtet. Die von Nord nach Süd verlaufende Landstraße teilte das Areal wiederum auf. Die Gebäude links der Straße (einschließlich Betriebsstätten wie Küche und Wäscherei) waren Frauen vorbehalten, östlich davon befanden sich die Männer-Heilstätten und -Sanatorien sowie Heizhaus und Werkstätten.
Die Krankenpavillons, in denen Patientenzimmer waren, waren auf einer West-Ost-Achse angebracht, sodass die Zimmer und Liegehallen nach Süden gerichtet waren, um eine intensive Sonneneinstrahlung zu gewährleisten. Besonders hervorzuheben sind auch die Liege- und Wandelhallen - die sogenannten Luftbäder und die extra angelegten Spazierwege.
Bis 1908 gab es insgesamt 1200 Betten, sodass eine eigenständige Versorgung und Infrastruktur unabdingbar wurde: Es gab Wohnhäuser für die Angestellten und Ärzte, ein Postamt, eine Gärtnerei, in der Obst und Gemüse angebaut wurde, Stallungen, Frisörsalon, eine Bäckerei und Fleischerei mit eigenem Mastbetrieb.
Besonders hervorzuheben ist das Heizkraftwerk, das heute technisches Denkmal ist. (Seit 1996 betreut der Förderverein Heizkraftwerk Beelitz e.V. das Denkmal) Neben dem Heiz- und Maschinenhaus gab es einen 44m hohen Wasserturm. Über ein Kanalnetz von mehr als 10km Länge versorgte es die Heilstätten mit Wärme, Elektroenergie und Warmwasser.
Ab 1926 wurden in einer dritten Bauphase weitere Gebäude wie die Chirurgie-Pavillons errichtet.

Im ersten und zweiten Weltkrieg dienten die Heilstätten und Sanatorien als Lazerett für die verwundeten Soldaten. 1942 wurde südlich der Frauen-Sanatorien ein Ausweichkrankenhaus erbaut, was noch bis 1998 als zivile Fachklinik für Lungenkrankheiten genutzt wurde. Im zweiten Weltkrieg wurden die Beelitz-Heilstätten stark beschädigt und die 1945 noch intakten Gebäude dann von der Roten Armee übernommen. Bis 1994 dienten sie als Militärhospital (-> Bilder vom sowjetischen Militärhospital)
Ab 1990 diente das Kommandantenhaus Erich Honecker und seiner Frau als Unterkunft, bevor diese später nach Moskau ausgeflogen wurden, um von dort nach Chile zu flüchten. Heute ist dieses Haus ein Einfamilienhaus.

Mit Abzug der sowjetischen Truppen wurden die Heilstätten an die Landesversicherungsanstalt Berlin zurückübertragen. 1995 wird das gesamte Areal unter Denkmalschutz gestellt, aus Kostengründen musste die LVA die Heilstätten allerdings an die Beelitz Heilstädten GmbH Co.KG (Tochter der Unternehmensgruppe Roland Ernst) verkauft. Danach wurden zusammen mit dem Landkreis Potsdam-Mittelmark Sanierungen begonnen, um medizinische und gesundheitsvorsorgende Einrichtungen anzusiedeln. Im Jahr 1997 werden bereits Infrastruktursanierungen vorgenommen und eine Reihe Ein- und Mehrfamilienhäuser erbaut, mit dem Ziel, insgesamt Wohnraum für 3.000 Anwohner und insgesamt 1.000 Arbeitsplätze zu schaffen. Der Gesundheitspark Beelitz-Heilstätten entsteht.
Mit der Insolvenz der Eigentümergesellschaft 2001 wurden alle Pläne auf Eis gelegt. Ein Großteil der Gebäude ist seitdem Verfall und Vanadlismus ausgesetzt.
Vielfältige Bemühungen der Länder Berlin und Brandenburg, verschiedene Gerichte oder Bundesämter anzusiedeln, blieben erfolglos. Die Stadt Beelitz selbst versucht seit Beginn des Insolvenzverfahrens mit gezielter Öffentlichkeitsarbeit die Aufmerksamheit auf dieses geschichtsträchtige Areal zu lenken.
Bis jetzt allerdings war das Gelände einzig als Fimkulissen wie in Roman Polanskis "Der Pianist" oder in "Operation Walküre" interessant. Ebenso zieht das Areal unzählige Fotografen an - genauso natürlich wie uns Geocacher. So gab es bis Mitte diesen Jahres noch 7 Caches auf dem Areal. Die Owner Barbie&Bruettler entschlossen sich aber dann verständlicherweise dazu, den Lost Place wieder zu verlassen, damit er weiter seinen Dornröschenschlaf halten kann. Und so gibt es derzeit nur noch 3 Caches. Dennoch zieren drei der ehemals sieben Logbücher unsere Namen und ein weiterer Cache-Besuch ist definitiv geplant, auch wenn es derzeit Gerüchte gibt, dass das Geländer wieder stärker von einer Sicherheitsfirma bewacht wird. Wir verzichten aber gerne aufs Cachen, wenn dafür Verfall und Vandalismus konsequent gestoppt werden können!

Dieser Ort ist einer der spannendsten, gefährlichsten und zugleich schönsten Plätze, an denen wir uns je aufgehalten haben. Die meisterhafte Architektur ist dem Zahn der Zeit, der Macht der Natur und den unverständlichen Auswüchsen des Vandalismus ausgesetzt. Fast jeder Raum kann betreten werden; von Liege, Gardine über Schränke bis zur OP-Lampe sind diverse Einrichtungsgegenstände noch vorhanden und wecken aberteuerliche Entdeckungslust. Es war uns eine unglaubliche Freude, die Gebäude zu betreten, zu staunen, zu fotografieren und natürlich zu cachen.
Leider sind auch wir bei unserem ca. sechsstündigen Aufenthalt Menschen begegnet, die weder Verstand noch Sinn für derartige Lostplaces haben und u.a. auf morschen, alten Holz-Dachstühlen rauchten. Irgendwann nach unserem Besuch wurde auch die OP-Lampe durchs Fenster "entsorgt". Insofern können wir froh sein, scheinbar noch rechtzeitig dagewesen zu sein. Natürlich werden wir die Geschichte der Beelitz-Heilstätten weiter verfolgen und beizeiten auch über Neuigkeiten berichten.
Buchtipp: Beelitzer Wendejahre
weitere Bilder gibt es hier (phonica's flickr-account)und hier

Sonntag, 12. April 2009

Koralle

Ein ganz besonderer Tipp für jeden geschichtsinteressierten Lost Place-Liebhaber-Cacher sind die beiden Koralle-Caches Koralle und Koralle2, wobei letzterer uns am besten gefallen hat.
Wenn man sein Auto abstellt und vor sich nur Wald hat, kann man kaum erahnen, was sich irgendwann vor einem auftun wird, wenn man's erstmal an den (eingesperrten) Hunden des Försterhauses vorbeigeschafft hat. Mitten im Wald tut sich plötzlich ein übergroßer Haufen zusammengefallener Beton auf, der jegliches Empfinden von "vertikal" und "horizontal" für einen kurzen Moment schwinden lässt. Vorbei an großen Rissen, in denen es metertief hinab geht, kann man bis zum höchsten Punkt hinauflaufen und versuchen, sich vorzustellen, wie das Ganze damals ausgesehen haben mag.

Im zweiten Weltkrieg war das Lager Koralle das Führungszentrum des Oberkommandos der Kriegsmarine. Da es ursprünglich als Marine-Nachrichtenschule gedacht war, verfügten die Bunker, zu denen ein Flakbunker, ein Hochbunker sowie ein unterirdischer Bunker zählte, über zahlreiche Kommunikationsanlagen. Über lange Gänge waren die einzelnen Gebäude unterirdisch miteinander verbunden. Die sowjetischen Truppen sprengten ein Großteil des Geländes nach Kriegsende.
Nicht zu den frei zugänglichen Ruinen zählt der Funkempfang-Hauptbunker, der bis in die 90er Jahre noch von russischen Streitkräften genutzt wurde.
Empfehlenswert ist hier für Interessierte, dass Buch Deckname "Koralle": Chronik der zentralen Marine-Funkleitstelle für U-Boot-Operationen im Zweiten Weltkrieg von Hans J. Richter und Wolf-Dieter Holz sowie die Internetseite vom Team Delta.

Montag, 6. April 2009

Spanien 2.-5.04.2009


Unser erster Geocaching-Auslandseinsatz
Am 2. April ging's früh am morgen Richtung Flughafen und am Mittag waren wir bereits auf den Autobahnen in und um Alicante unterwegs. Leider war's zuerst die falsche Richtung aber irgendwann kamen auch wir beim Hotel an.
Natürlich mussten wir erst einmal ein wenig die Aussicht vom Cumbre del Sol genießen. Phonic sah in der Ferne einen kleinen Turm und fragte sich noch, ob man da wohl hinkommen würde (dazu später mehr). Doch wir hatten ja eine Mission: Geocachen.
Und so machten wir uns auf den Weg, ausgerüstet mit unserem GPS-Gerät, das wir liebevoll "GoTo" tauften, und einem Navigationsgerät.
Und schon beim ersten Cache standen wir recht schnell in einer Sackgasse. An einem Berg direkt an der Küste gab es einfach zu viele Wege auf unterschiedlichen Höhen und als das GoTo nur noch 62m bis zum Ziel anzeigte, mussten wir feststellen, dass wir den falschen Weg erwischt hatten - wir standen nämlich direkt vor einer Felswand. Also mussten wir den ganzen Weg zurücklaufen, die Straße hoch und hoffen, dass wir diesmal den richtigen Pfad erwischen. Endlich waren wir am Zielort angekommen, jetzt nur noch den Hint befolgen: "rechts hinter einem Ginsterbusch" - doch: wie sieht ein Ginsterbusch aus? Nachdem wir auch das gelernt hatten, standen fortan auch unsere Namen im Logbuch.
Während wir bei unseren Gastgebern über die tolle Aussicht sinnierten, entdeckte Phonic dann auf der Geocaching-Webseite, dass man oben erwähnten Turm tatsächlich erreichen kann und: Natürlich liegt auch dort ein Geocache. Also wieder hochmotiviert mit der Cache-Ausrüstung los, den Berg bestiegen, den Turm bewundert (der Turm hat keine Türen, die Wachposten mussten damals mit Leitern hineinsteigen), Fotos gemacht, Cache gehoben und wieder zurück zum Auto, auf einem schmalen Trampelpfad direkt am Abgrund.

Für den nächsten Tag hatten wir nach dem Besuch des Flohmarkts in Xalon einen ganz besonderen Cache auf unserer Liste: The Cross of Senija. Und dabei wollten wir unglaublich clever sein: Wir gaben die Koordinaten in das Navigationsgerät ein (Luftlinie ca. 7km) und das Navi sagte: 20km. Soweit noch nicht tragisch. Leider war das Kartenmaterial nicht das aktuellste und so mussten wir an einigen Kreuzungen und Kreisverkehren das ein oder andere Mal im Kreis fahren. Doch wir näherten uns langsam dem Ziel - laut Navi. Es führte uns auf die Autobahn, was uns ja schon ein klein wenig verwunderte. Irgendwann hieß es dann: "Sie haben Ihr Ziel erreicht" - auf dem Seitenstreifen... Da schien also irgendetwas nicht zu stimmen. Doch besonnen wie wir waren, probierten wir es mit dem GoTo und schlängelten uns nach der nächsten Abfahrt durch kleine Gassen und auf dem viel zu schmalen Schotterweg den Berg hoch. Zu Guter Letzt musste der Rest des Weges dann zu Fuß zurückgelegt werden. Doch irgendwann war auch die Mission erfolgreich beendet.
Der Ausblick war wunderbar, unsere Lungen brannten, die Waden schmerzten, aber unser 30. Cache war geschafft. Da hatten wir uns unseren Cuarenta y tres abends in der kleinen Kneipe am Hafen aber auch wirklich verdient!
Am 5. April traten wir dann die Rückreise an und blicken auf einen wunderschönen Kurzurlaub an der Costa Blanca zurück. An dieser Stelle noch ein Dankeschön an unseren Gastgeber sowie unsere ebenfalls hochmotivierten jungen Mitcacher!

Weitere Bilder gibt es hier